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D a v i d
Das ist die Geschichte eines kleinen, unendlich tapferen Spitzmischlings, dessen wirkliches Leben erst mit 10 Jahren begann und mit 13 Jahren schon wieder zu Ende war.
† April 2006
Ich hatte 2 Hunde, einen Westie und einen Mix aus Spanien mit Leishmaniose und durch Zufall kam ich auf die Seite der "grauen Schnauzen" und da sah ich den David und habe mich sofort in ihn verliebt, er hatte so unsagbar traurige Augen.
Ich musste 2 Monate auf ihn warten, weil die Organisation keinen Flugbegleiter auftreiben konnte, also beschlossen sie, die Hunde mit einem Transporter zu bringen.
24 Stunden war der kleine David mit noch einer Hündin in einer Box eingeschlossen, sie lagen im eigenen Kot und Urin. Der Transport hatte viele Stunden Verspätung und wir mussten den David am nächsten Tag in Deutschland abholen.
Als ich den Kleinen aus dem Auto hob, rannen mir die Tränen über die Wangen, ich habe noch nie ein so verwahrlostes, stinkendes Hündchen gesehen, das Fell war großteils wie abgeraspelt, die Haut darunter war schwarz vor Schmutz, die Augen waren entzündet, er hatte Ungeziefer und ich wusste gar nicht wo ich beginnen sollte.
Als er dann endlich gewaschen und gepflegt, gefüttert in seinem Bettchen lag, empfand ich ihn als so glücklich und er hat ganz fest geschlafen (siehe Foto).
Der David war ein Bild des Jammers, er hatte ein Hinterbeinchen stark verkrüppelt, das schlenkerte so an der Seite, konnte aber nicht verwendet werden, er hatte ein ganz verschobenes Rückgrat, so als wären Brüche irgendwie einfach zusammengewachsen, er hatte nur 1 Auge, das Gesichtchen war ganz verschoben, er hatte keinen Unterkieferknochen, die Zunge war gelähmt und hing seitlich aus dem Mäulchen, er hatte fast keine Zähne, gleich beim ersten Fressen sind ihm 2 ausgefallen.
Nach Rückfragen hat man mir gesagt er sei von einem LKW überfahren worden.
Ich habe ihn dann untersuchen lassen und nachdem klar war, dass das Beinchen nicht gerettet werden kann, habe ich das Beinchen abnehmen lassen und ihn gleichzeitig auch die faulen Zähne entfernen lassen, er hatte dann nur mehr einen Zahn.
Ca. nach 1 Woche hatte er sich auf das Ungleichgewicht eingestellt und lernte gut zu laufen, das Essen war ein großes Problem, es fiel ihm immer wieder alles aus dem Mäulchen, ebenso beim Trinken, er hatte immer eine große Lache um den Napf, aber ins Mäulchen kam nicht viel. Ich musste ihm immer wieder mit einer Spritze Flüssigkeit geben.
Beim Fressen habe ich alles ausprobiert was möglich war, einen Napf, ein Teller, ich habe ihn mit der Hand gefüttert, ich habe ein Gestell gekauft, dass der Napf erhöht war, bis ich merkte, dass er sich am leichtesten mit einem Holzbrettchen tat, das rutschte das Futter nicht so weg.
Das erste Problem war aber ihn überhaupt dazu zu bringen zum Fressen zu gehen, da er ja immer vom Futter weggebissen wurde, er getraute sich einfach nicht zu fressen.
Ich habe ihn dann alleine in einem Raum gefüttert und bin bei ihm geblieben und ganz langsam hat er sich daran gewöhnt und gefressen.
Das Heben war sehr schwierig, wenn man ihn ein bisschen falsch aufhob, hat er so jämmerlich geschrieen, er muss überhaupt viel Schmerzen gehabt haben.
Am liebsten hatte er wenn ich ihn auf dem Schoß hatte und er sein Köpfchen auf meine Brust legte und ich ihn ein bisschen kraulte, da konnte er ganz ruhig liegen und ich glaube, dass hat seiner verwundeten Seele sehr gutgetan.
Das Schlimmste von allen aber war seine Panik, wenn er ins Freie kam und wenn er einen Hund nur von Weiten gesehen hat - er war im TH von den großen Hunden so gemobbt worden und das über Jahre, davon hatte er auch das abgeraspelte Fell, sie haben ihn über den Boden gezogen und vom Essen weggebissen.
Ich habe alles versucht von der THP, über BB, über Antidepressiva, über Tierkommunikation, es hat alles nichts genützt, er war hyperativ, ist gerannt so schnell er konnte, wenn ein Hund kam hat er gekläfft, sein Herzchen ist gerast, er zitterte, oft dachte ich, das schafft er nicht.
Glücklich war er erst wenn er wieder daheim an seinem Platzerl lag, unter meinem Schreibtisch, da fühlte er sich geborgen.
Mit der Zeit wurde er immer schwächer und als sein Hundekumpel (unser Pedia) an Leishmaniose starb, war auch sein Lebenswillen gebrochen, er hatte seinen Halt verloren.
Anfang April wollte er nicht mehr am Leben teilnehmen, hat nichts mehr gefressen, ist auch alleine nicht aufgestanden, beim Gassi musste er sich hinlegen, er schaffte es nicht mehr, da wusste ich es ist Zeit mich von meinem kleinen taferen Kämpfer zu verabschieden.
Ich habe am Vorabend noch lange mit ihm gesprochen, er liebte es wenn ich neben seinem Bettchen kniete, ihm TTouch gab, mit ihm redete und ihn dann zudeckte und neben ihm in mein eigenes Bett ging.
Er lag da wie ein kleines Engelchen, ich glaube er hat geträumt wie schön es im Licht sein wird.
Am nächsten Tag um 11.30 Uhr ist der kleine David in meinen Armen eingeschlafen und in eine bessere Welt für ihn gegangen.
Lore

Das ist David als er zu mir gekommen ist, gebadet war und das erstemal in einem Bettchen lag.

So glücklich war er bei unserem ersten Waldausflug, da war er gerade mal 2 Monate bei mir.

Hier ist er mit seinem Beschützer Pedia, nach dessen Tod hat er nicht mehr wollen.

Hier sieht man sein verkrüppeltes Körperchen.

So hat er jeden Tag abends in seinem Bettchen gelegen, er wollte immer zugedeckt sein und ich musste noch mit ihm reden und ihn massieren.

Das war einige Tage vor seinem Tod, man sieht wie struppig das Fell wurde, da war er schon ziemlich schwach.
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