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E l l i
Wo Elli vorher gelebt hat, haben wir nie erfahren.
Sie war ca. 2 Jahre alt, als sie einige Tage nach einem schweren Unwetter vor unserer Gartentür stand.
Es war vom ersten Tag an, als wäre dieser fröhlich und quirlige kleine Hund immer schon da gewesen.
Gut 3 1/2 Jahre später, im Juli 2005, erblindete sie innerhalb von 3 Tagen vollständig.

Die ersten Tage waren schrecklich.
Sie stieß überall an und wirkte dann sehr verunsichert und traurig.
Sie ging - wenn überhaupt - sehr vorsichtig, machte dabei einen ganz langen Hals und hob dir Pfötchen viel höher als nötig.
Vor allem im Haus war es wesentlich schlechter als draußen.

Wenn sie an ein Hindernis stieß, versuchte sie nicht es zu umlaufen, sondern darunter durchzukriechen.
Ich weinte sehr viel, weil sie mir so leid tat und so sah ich auch nicht, daß sie immer besser damit zurecht kam.
Mit meinem Mitleid, welches wohl zum großen Teil Selbstmitleid war, stand ich mir und ihr im Weg.

Durch die Gemeinschaft der Handicap-Hunde habe ich das dann endlich begriffen.
Von da an ging alles ganz schnell.
In kürzester Zeit lernte Elli Kommandos wie "Stop" und "Vorsicht" und verließ sich immer mehr auf meine Stimme.
Es machte direkt Spaß, sie auf unseren Nachtgängen ohne Leine auf Zuruf zwischen Bäumen und ähnlichen Hindernissen durchzulotsen.

Als wir noch überlegten, wie wir ihr im Haus den Weg vom Wohnzimmer über den Flur in die Küche erleichtern könnten, machte sie es uns ganz einfach vor: sie ging zur Wohnzimmertür, dockte an der Wand an und ging dann durch den Flur zur Küche "immer an der Wand lang".
Bei allem, was sie herausfand und wieder neu entdeckte, hatte sie einen Heidenspaß - und wir auch!
Unglücklicherweise hat sie weitere Krankheiten, wie z.B. Neosporose, die wohl auch für die Erblindung verantwortlich war und bei ihr große Koordinationsprobleme in der Hinterhand hinterlassen hat.
Wäre sie "nur" blind, wir würden sagen: Wo ist das Problem??
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