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F i p s
Hallo,
ich bin der Fips. Wo ich herkomme und wie alt ich bin, dass weiß niemand so genau.
Frauchen und Herrchen haben mich im Tierheim Bottrop kennen gelernt. Eigentlich wollten sie als Zweithund zu Toxi wieder einen alten, ruhig auch kranken Hund. An einen behinderten Hund hatten sie bis dahin nicht gedacht.
Tja, aber da war ich und langsam aber sicher hab ich sie um die Pfote gewickelt.
Damals konnte ich noch viel schlechter laufen als jetzt. Mir fehlt nämlich nicht nur das rechte Vorderbein, nein, mein linker Ellenbogen war auch noch kaputt.
Das sah nicht schön aus, wenn ich gelaufen bin, aber mir war das egal.
Ich wollte trotzdem leben! Ich hab gespielt und getobt, war zu allen Menschen nett und hab mich über jede Zuwendung gefreut.
Wer würde einen Hund mit so viel Lebensfreude einschläfern wollen? Sie doch wohl nicht, oder?
Frauchen und Herrchen waren anfangs auch ein bisschen schockiert, aber ich hab ihnen schnell gezeigt, was doch alles in mir steckt. Und so hab ich meine Chance gekriegt und bekam nach über einem Jahr im Tierheim ein neues Zuhause.
Da fing der Stress für mich aber erst mal so richtig an. Meine Leute wollten sich nämlich einfach nicht damit abfinden, dass mein kaputter Ellenbogen nicht mehr zu reparieren ist und haben mich zur Physiotherapie geschickt.
Die hat mir so gut getan, dass nach wenigen Wochen doch eine Operation möglich war.
Leider ging diese schief, aber das konnte ja vorher niemand ahnen. Die letzte Möglichkeit war, das kaputte Gelenk zu versteifen.
Danach musste ich wochenlang so einen blöden Verband tragen. Das hat vielleicht genervt! Ganz oft zum Tierarzt musste ich auch, aber das finde ich nicht schlimm. Im Gegenteil, da geh ich richtig gerne hin!
Damit ich lernte, mein Bein wieder einzusetzen, wurde fleißig weiter mit Hilfe einer Physiotherapeutin geturnt. Zum Muskelaufbau hatte meine Tierklinik etwas ganz tolles zu bieten: Ein Unterwasserlaufband!
Das Training darauf hat mir ganz doll geholfen und innerhalb kurzer Zeit hatte ich Muskeln wie Arnie.

Natürlich kann ich keine stundenlangen Spaziergänge machen, aber wenn es nicht mehr geht, lasse ich mich einfach tragen. Schlau, nicht?
Und auch überhaupt kein Problem bei meinen sechs Kilo Kampfgewicht. Treppensteigen geht auch nicht, aber mal ehrlich, wer will das schon können?
Ich sag nur eines, Sport ist Mord! Springen soll ich auch nicht unbedingt, kann ich aber ganz hervorragend, sehr zum Leidwesen von Frauchen und Herrchen.
Ich hab mich nämlich kein Stück davon abbringen lassen, bei den beiden im Bett zu schlafen.
Das war denen dann doch zu gefährlich, ich hätte mir ja weh tun können beim raus- und reinspringen. Also wurde das Bett kurzerhand behindertengerecht um gut zwanzig Zentimeter tiefer gelegt. Genau die richtige Höhe für mich!

Inzwischen bin ich auch noch auf dem rechten Auge erblindet.
Grauer Star, sagt der Tierarzt. Das könnte man operieren, aber Frauchen und Herrchen haben sich vorerst dagegen entschieden.
So lange ich gut zurechtkomme, soll nicht mehr an mir rumgeschnippelt werden.
Ganz meine Meinung, ich hab ja schließlich noch ein gesundes Auge und das reicht mir vollkommen.
Auf der Straße gucken sich die Leute natürlich immer nach mir um, vor allem, wenn ich nur auf den Hinterbeinen laufe.
Das kann ich richtig gut und zwar ohne dass mir das einer beigebracht hätte. Soll mir erst mal einer nachmachen!
Was ich nicht verstehe ist, dass die Menschen ganz oft "armer Hund" zu mir sagen.
Muss ich mich da angesprochen fühlen? Ich bin kein armer Hund, sondern ein glücklicher, so!
Und wer mich näher kennt, der weiß das auch. Ich find mich jedenfalls gut, wie ich bin und meine Leute auch. Die Welt wäre doch ganz schön langweilig, wenn wir alle perfekt wären, oder?

Dies ist die liebe Toxi, die Karfreitag 2005 den Weg über die Regenbrücke angetreten hatte.

Jetzt teile ich mir mit der kleine Nervensäge Biene, die ebenso wie ich "nur" drei Beine hat, mein Bettchen und Futter ...
Euer Fips
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