J e s s e
Hallo, darf ich mich vorstellen?
Ich heisse Jesse, bin ein Blue Merle Collie und wurde im Juli 2004 stolze 12 Jahre alt.

Ursprünglich komme ich aus Bayern, jetzt lebe ich seit fast 2 Jahren in Baden-Württemberg.
Mein Frauchen hat mich aus dem Tierheim Tirschenreuth geholt, das war ganz schön aufregend damals für mich ...
Ich bin nämlich nicht nur ein sensibler älterer Herr, nein, ich bin auch noch fast blind.
Auf dem linken Auge sehe ich gar nichts mehr, auf dem Rechten habe ich noch eine Sehfähigkeit von ca 5 % (sagt mein Tierarzt).
Na ja, Probleme macht mir das keine - trotz allem bin ich ein ganzer Kerl!
Das seht ihr doch auch auf dem Photos, oder? :o)

Meine allerliebste Beschäftigung ist essen, dicht gefolgt von schmusen, mich massieren lassen (super!) und schlafen!
Mittlerweile gehe ich aber auch ganz arg gerne spazieren; am Anfang fand ich das recht blöd, was soll ich sagen, ich weigerte mich sogar!
Blieb einfach auf meinem Hintern sitzen; sollte Frauchen doch gucken, was sie dann macht ...
Na ja, sie überzeugte mich schliesslich! Jetzt finde ich das Gassi gehen auch klasse!
Am liebsten jeden Tag woanders, sonst wird es doch recht schnell langweilig ... Mein Höchstleistung lag bis jetzt bei einer 12 km Wanderung, das ist doch was, gell?

Frauchen nimmt mich auch manchmal mit zu ihrem Pferd Sue, dann begleite ich sie zum Reitplatz, das ist auch ganz interessant.
(Pferdeäppel schmecken auch lecker ;o)
Und joggen war sie schon mit mir! Allerdings machen wir das jetzt nicht mehr, das liegt aber nicht an mir, sondern an Frauchens Faulheit... *grins*

Übrigens geht mein Frauchen arbeiten, das macht aber nichts, mittags kommt sie oder ihr Vater zu mir und dann gibt's auch ein Gassi.
Und die übrige Zeit liege ich natürlich auf der Couch und halte ein Schläfchen!

Nun bin ich auch nicht mehr alleine, ich habe jetzt meine Freundin Lara bei mir.
Lara ist eine Galga, also eine Hündin der Rasse Galgo Espanol, ein Windhund!

Sie wird auf 4 Jahre geschätzt.
Sie kommt wohl ursprünglich aus dem Süden Spaniens, hat bei Zigeunern gelebt.
Durch sehr viel Glück wurde sie aber nicht getötet, wie so viele ihrer Art, sondern kam in eine Todesstation, eine Perrera.
Von dort holte sie ihre Pflegemutter Marian, eine sehr liebe Spanierin. Und nun ist sie bei mir.
Ach ja, es geht doch aber nichts über die Wochenenden - dann können wir drei endlich auschlafen! Das ist das Beste!
Viele viele Wau Waus (ist noch so ein Hobby ;o)
Jesse
P.S. Hallo, noch ein paar Wörter von Jesse's neuem Frauchen ...
Anfängliche Schwierigkeiten und Problemchen gibts bei Hunden aus 2. Hand wahrscheinlich öfter mal.
Mein Rat an alle: Durchhalten!!! Es lohnt sich! :o)
Jesse saß ein halbes Jahr im Tierheim. Er litt dort sehr unter der Situation, obwohl sich alle um ihn bemühten.
Ich sah sein Photo und sofort war es beschlossene Sache, diesen Hund zu mir zu holen.

Ich war damals hundelos, mein erster Hund Whisky war nach 14 Jahren gemeinsamen Lebens gerade verstorben.
Na ja, diese Entscheidung habe ich nie bereut, im Gegenteil!
Mit ein wenig Einfühlungsvermögen und Geduld ändert sich das Verhalten oft in wenigen Wochen.
So wurde aus einem anfänglich sehr ängstlichen und schreckhaften Hund ein neugieriger und fröhlicher, manchmal sogar zu Albernheiten neigender Freund.
Diese Verwandlung im Charakter sowie in der Optik zu sehen, ist doch ein wirklich schönes Erlebnis.
Die Blindheit merkt man Jesse übrigens fast nicht an!
Nur bei Dunkelheit in fremder Umgebung führe ich ihn an der Leine, ansonsten läuft er frei (natürlich nicht gerade an einer Strasse).
Etwas Rücksichtnahme gehört natürlich auch dazu. Man muss für den Hund einfach mitdenken.
Überraschend die Erkenntnis, wie sorglos die Hunde mit ihrem Handicap umgehen.
Mal ein Anecken, mal ein Stolpern, kurz geschüttelt und weiter geht's!
Wichtig: Den Hund nicht bemitleiden, sondern sein Selbstbewusstsein stärken.

Während der ersten Zeit mit Jesse machte ich mir ehrlich gesagt schon große Sorgen wie alles werden wird ...
Einige Wochen später verblasste das aber alles.
Fortschritte noch und nöcher :o)
Heute begleitet er mich, wie ein gesunder Hund, auch überall hin!
Übrigens hat so ein "Opa" auch entscheidende Vorteile ...
Das Temperamt ist nicht mehr ganz so stürmisch, man kann tatsächlich am Wochenende auschlafen (siehe oben :o) und wenn mal an einem Tag keine Zeit für ein richtig langes Gassi ist, nimmt er es auch nicht übel ...
Ich werde jederzeit wieder ein älteres Tier zu mir nehmen, was gibt es schöneres als noch einen angenehmen Lebensabend bieten zu können? (vielleicht auch ideal für Berufstätige?)
Die Alten und "Behinderten" haben es doch wirklich verdient, oder?
Viele Grüsse einer stolzen Besitzerin ...
Wer mehr über Jesse & Co. erfahren möchte, kann gerne unsere Homepage besuchen:
Jesse's Homepage
Jesse ist am 2. April 2005 über die Regenbogenbrücke gegangen ...
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