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L u l u
Hallo Leute, ich bin der Luluhund, ein flauschig weißes Dreirad.
Vor ungefähr vier Jahren fand ich mich plötzlich ganz alleine mitten im Sommer durch Castelldefels bei Barcelona streifend.
Ich kann euch nicht sagen, wie das passiert ist, aber ich war damals grade so 1,5 Jahre alt. So bin ich also durch die Grünanlagen und Parks gestreift, habe die Menschen dort freundlich angelächelt, sie waren auch lieb zu mir und begeistert von meiner Freundlichkeit.
Eine hat mich sogar mit nach Hause genommen, aber ihre Eltern wollten mich nicht bleiben lassen, kann garnicht verstehen, warum (?). Dann hat mich ein nerviges kleines Mädchen zusammen mit ihrem Opa zu sich nach Hause geholt.
War aber wohl das Haus von ihren Großeltern und sie war nur für den Sommer zu Besuch mit ihren Eltern. Deren Oma war irgendwie gar nicht begeistert und einen anderen kleinen Hund gabs da auch, ich durfte nicht ins Haus, weil ich so viele Haare verlor (kein Wunder, keiner hatte sich die Mühe gemacht, mich von meinem Winterpelz zu befreien).
Nun gut, da das kleine Mädchen ziemlich zickig war, hat die Oma mich dableiben lassen, mich aber immer ganz böse angeguckt. Dann fuhren Oma und Opa plötzlich weg und ich blieb alleine mit der Familie.
Einmal hab ich auch den Garten erkundet und um die Ecke gespitzt, da war nämlich noch ein kleines Haus und ein paar junge Damen und so komische pelzige kleine Viecher, die ganz furchtbar gefaucht haben, als sie mich sahen, da bin ich lieber wieder weg.
Ja und plötzlich hat mich die Familie des kleinen Mädchen wieder auf die Strasse gesetzt und ist weggefahren. Was sollte ich jetzt machen?! Ich wartete erstmal, vielleicht kämen die ja wieder?
Aber nein, es wurde dunkel und ich saß immer noch auf der Straße. Da kamen plötzlich drei der Damen vom Nachbarhaus, wo ich ja schonmal gucken war, vorbei und ich dachte mir, nun gut, ich schließe mich denen mal an.
Ich bin dann einfach hinterher, bis sie zu einem anderen Haus kamen. Die eine hat sich rumgedreht und mich fragend angeschaut und da hab ich meinen allerbesten Bitte-Bitte-Hunde-Rührblick aufgesetzt und siehste, sie hat mich mitgenommen.
Am nächsten Morgen sind wir wieder zu dem anderen Haus gegangen und da war dann noch eine Dame. Nun wurde ich plötzlich betastet, beguckt und auch noch zum TA geschleppt.
Dort wurde ich von oben bis unten angeguckt, man sagte, ich sei ein Samoyede und wöge nur 12 kg, wo ich doch 20 haben sollte und der Haarausfall sei nix Schlimmes, das wäre bloß Winterfell.
Dann hat mein neues Frauchen (ich war schon sicher, dass ich da jetzt bleiben will) Futter gekauft, einen Kamm und Hundeshampoo und natürlich Halsband und Leine.
Einen Namen habe ich auch bekommen: LULU, aber das war eher ein Unfall, denn mein neues Frauchen wusste nicht, was ich für eine Rasse bin und hat im Wörterbuch nachgeschaut, was Spitz auf Spanisch heisst, davon hat sie meinen "provisorischen" Namen abgeleitet.
Wie ihr seht, ist der mir geblieben *hihi*. Ich wurde also gewaschen und ausgebürstet. Danach hat mein Frauchen die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen, denn auf meinen Rippen konnte man Klavier spielen.
Also erstmal Fressen. Aber ich hatte so lange nicht mehr genug zu fressen bekommen, dass fast gar nichts in meinen Magen hineinpassen wollte. Nach einigen Tagen dann, wurde es besser und ich habe dann drei Tage lang reingehauen wie ein Scheunendrescher (Tagesration: 2 übergroße Dosen + 3 Näpfe Trofu), dann gings mir besser und ich konnte normale Rationen verdrücken.
Die zwei komischen Fellknäuel fand ich gleich sehr interessant und nachdem sie gemerkt hatten, dass ich sie nur absaugen will und nicht fressen, wurden sie auch zutraulich.
Nun hat mein Frauchen gemeint, so einen tollen Hund wie mich, hat man bestimmt nicht einfach ausgesetzt und hat angefangen nach meinen richtigen Besitzern zu suchen.
Sie war auch auf der Polizei, um eine Vermisstenmeldung aufzugeben, dort meinte man, dass sie mich in das städtische Tierheim bringen solle, aber das hat sie nicht gewollt, weil sie mich dort nach 10 Tagen über den Regenbogen geschickt hätten.
Dann meinte der Mann noch, sie könne mich ja auch in den Zoo von Barcelona bringen. Mein Frauchen hat komisch geschaut und dann gefragt: Zoo? Ja, sagte der Mann, als Löwenfutter.
Meine Güte, ich hab meine Frauchen noch nie so wütend gesehen wie da. Sie hat dem Polizistenmann die Meinung gesagt und hat gesagt, sie nimmt mich jetzt mit und wenn er es wage, könne er ja versuchen, uns aufzuhalten.
Ich hatte Angst, dass meinem Frauchen jetzt was passiert, aber wir sind glücklich da raus gekommen. Nun gut, all die Sucherei hat nix gebracht, keiner sagte, ich gehöre zu ihm.
Obwohl einige Nachbarn sagten, sie wüssten, wo ich herkomme und hätten auch mit den Leuten gesprochen, aber die würden mich nicht mehr haben wollen.
Mein Frauchen hat mich dann nach der angegebenen Zeit bei der Stadt offiziell auf ihren Namen angemeldet. Da war ich aber sowas von froh!!! Ich dachte, nun ist alles endlich gut geworden.

Aber das Schicksal hatte noch eine Odysee für mich auf Lager. Eines abends, Frauchen ging zu irgend so einer Chi-Gong Gruppe, hat mich jemand aus dem Hof geholt (ich weiß wer, aber Frauchen versteht mich nicht, wenn ich es ihr sage) und hat mich im Auto woanders hingebracht und aus dem Auto geworfen.
Da bin ich dann nun wieder tagelang herumgeirrt. War weit weg von Zuhause, ich habe den Weg nicht finden können. Ein älterer Mann hat mich dann zu sich genommen.
Dieser Mann hat dann wiederum einem Nachbarn von mir erzählt und der hat das einer Kollegin erzählt. Diese junge Frau hat mich dann ein paar Tage später abgeholt und noch viel weiter weggebracht, ich bin 1h im Auto gefahren.
Nun ja, sie und ihr Freund waren eigentlich auch ganz nett. Nach so 3 Wochen gingen wir spazieren und warteten an einer Tankstelle, ich hab mich schon gewundert, was wir da machen und plötzlich stieg mir ein bekannter Geruch in die Nase.
Das kann doch nicht sein, oder doch?! Mein Frauchen!!!! Sie hatte mich gefunden!!!! Jetzt weiß ich auch, warum sie mir ein paar Tage vor meinem Kidnapping so ein komisches Dings unter die Haut hat jagen lassen, sie sagte, nur dadurch hätte sie mich wiedergefunden.
Dann bin ich für den kleinen Pieks damals auch gar nicht mehr sauer. Nach kurzer Zeit hat mich mein Frauchen dann auf einmal in eine andere Wohnung gebracht, sie sagte, dass sei unser neues Zuhause und sie habe das extra für mich ausgesucht. Das war toll.
Nach einer Weile, nachdem ich endlich sicher war, dass mein Frauchen sich nicht in Luft auflöst, wenn ich sie nicht bewache, traute ich mich dann auch, alleine im Hof zu sein und draußen am Törchen dem Treiben auf der Strasse zuzusehen.
Ich muss sagen, ich hatte überhaupt viel Angst am Anfang, wenn ich mein Frauchen nicht gesehen habe, meinte ich gleich, ich wäre wieder alleine. So klebte ich quasi an ihren Fersen.
Wenn wir draußen spazieren waren und sie stand mal von einem Baum verdeckt, hab ich mich fürchterlich aufgeregt und bin panisch hin und her gelaufen, ich hab sogar vergessen, dass ich ja eine tolle Nase habe, mit der ich sie hätte riechen können *kicher*.
Ich war auch ganz erstaunt, dass es außer Asphalt und Pflastersteinen noch so was wie Natur gibt, ich musste erst lernen, dass ich da reindarf, zwischen den Bäumen schnuppern und querbeet laufen darf und da auch meine Geschäfte verrichten darf (ich bin nämlich immer extra wieder auf den Weg gegangen, weil ich den Wald nicht schmutzig machen wollte).

So lebten wir glücklich und zufrieden in unserem neuen Heim. Es kamen noch zwei Katzen dazu, in einen Kater hab ich mich besonders verliebt, den habe ich nämlich selbstpersönlich gesundgepflegt, jawoll!
Aber eines schönen Tages hab ich angefangen zu humpeln. Da war irgendwas in meiner rechten Achsel, was mich beim Laufen störte. Mein Frauchen hat mich gleich zum Tierarzt geschleppt, aber der hat nix gefunden.
Frauchen hat aber nicht locker gelassen und schließlich war das Ding so groß, dass selbst der TA es fühlen konnte. Sie haben verschiedenen Dinge versucht, aber nichts half, so musste ich dann mit Frauchen in eine große Hundeklinik.
Dort wurde dann festgestellt, dass ich ein ziemlich großes Gewächs da hatte. Dann wurde ich operiert und ich konnte besser laufen, aber das Dings kam gleich wieder.
Frauchen war ganz fertig und ich versuchte sie zu trösten. Dann wurde ich nachts durch ein CT in einem Menschenkrankenhaus geschoben und ein paar Tage danach wieder schlafen geschickt.
Als ich diesmal aufwachte, war irgendwas komisch, aber ich hatte auch kein Aua mehr. Als ich kurz nach dem Aufwachen dann spazierengelaufen bin, hat da vorne rechts was gefehlt.
Das störte mich aber nicht weiter und ich habe ganz schlau mein Gewicht auf das übrige Fahrgestell verteilt. Die Leute dort waren alle so lieb zu mir und nannten mich ihr Sonnenscheinchen. Bloß doof, dass mein Frauchen nur ein paar Stunden am Tag zu mir durfte, aber dann saßen wir draußen unter einem großen Baum und Frauchen hat mich die ganze Zeit gekrault, das war superschön.

Und dann durfte ich endlich endlich wieder heim. Kaum stand das Auto in meiner Straße, bin ich schnell wie der Wind aus dem Auto gehüpft, die lange Treppe runtergerannt und unter MEIN Sofa getaucht und ganz fest die Augen zugemacht.
Da kriegt mich jetzt aber keiner mehr raus, dachte ich und am besten, wenn ich so tue, als wäre ich gar nicht fortgewesen. Muss funktioniert haben, denn ich bin immer noch da!
Meine drei Beine sind super, ich renne und spiele, tobe durch den Wald und mache Sprünge, bei denen sich mein Frauchen entsetzt die Augen zuhält.
Warum bloß? Eltern, die machen sich immer zuviel Sorgen um die Brut *gg*. Bleibt noch zu sagen, dass ich auch noch ein extraschickes spezielles Dreibeingeschirr bekommen habe, das trage ich ganz stolz!
Meine Familie hat sich übrigens vor 3 Monaten nochmals vergrößert, plötzlich war da noch so ein weißes Monster wie ich, ein Samoyedenbube, der kam aus Sevilla und ich erkannte viele meiner alten Ängste bei ihm wieder.
Aber ich habe ihm gezeigt, dass man hier gut und zufrieden leben kann und keine Angst haben muss vor gar nichts. Langsam scheint er mir auch zu glauben und fängt sogar an, mit mir zu spielen.
Er hat zwar 4 Beine, das ist mir aber egal. Reicht doch, wenn ich noch einen dreibeinigen Katerkumpel habe, der andere Kater eine Kleinhirnataxie hat und den anderen habe ich ja selber wieder gesund gemacht. Ich fühle mich sehr wohl und glücklich, so wie ich bin.
Eure Lulu mit Hannibal, Othello, Saladin und Nemo
02.04.2007
Die Krankheit hat leider gesiegt und Lulu hat den Weg über die Regenbogenbrücke angetreten.
Sie ist Hannibal gefolgt, der im Dezember 2006 die letzte Reise angetreten ist.
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