T o x i

Moin,

mein Name ist Toxi. Ich bin ungefähr 15 Jahre alt, so genau weiß ich das nicht und meine Leute schon gar nicht.

Die haben mich nämlich vor zwei Jahren aus dem Bottroper Tierheim geholt. Da hatten sie mich beim Tag der offenen Tür gesehen.

Sie wollten nicht, dass ich irgendwann einsam und verlassen im Tierheim sterben muss und haben mich kurzerhand zu sich geholt.





Damals haben sie befürchtet, dass ich vielleicht noch ein paar Monate, höchstens noch ein Jahr zu leben hätte.

Na, da hab ich sie aber eines Besseren belehrt! Und so ganz unter uns, ich hab auch noch lange nicht vor, den Löffel abzugeben!

Eine Behinderung habe zwar nicht, wohl aber - im weitesten Sinne - mehrere Handicaps.

Zum einen bin ich herzkrank, was sicherlich auch auf mein Alter zurückzuführen ist. Mit einer Tablette am Tag haben meine Leute das aber ganz gut im Griff.

Durch die Herzkrankheit neige ich zu Wasseransammlungen im Körper. Weil die da nix zu suchen haben, muss ich morgens und abends eine halbe Entwässerungstablette nehmen.


Um nichts auszulassen, muss ich nun ganz ehrlich sein und mich outen: ich bin inkontinent.

Darunter darf man sich bei mir kein Tröpfeln vorstellen, ne ne, ich laufe schon so richtig aus.

Aber auch bei diesem Problem wusste der Tierarzt Rat, mit einer halben Hormontablette pro Tag bin ich nun wieder genauso dicht wie jeder andere Hund. Zumindest unten rum, was oben rum angeht, haben meine Leute manchmal so ihre Zweifel ...

Wer denkt, das wäre nun schon alles an medizinischen Problemen gewesen, hat sich leider getäuscht. Im Februar 2003 hatte ich einen schweren Schlaganfall.

Vier Tage lang schwebte ich zwischen Leben und Tod. Ich bekam ganz viele Medikamente und musste auch an den Tropf.

Frauchen und Herrchen hatten ganz schön Angst um mich, aber die Tierärzte haben sich echt viel Mühe gegeben und deshalb hab ich die ganze Sache zum Glück ohne Folgen überstanden.




Na ja, nicht ganz.

Damit so etwas nicht noch mal passiert, muss ich täglich ein durchblutungs-
förderndes Mittel bekommen.

Scheint zu wirken, mein erster Schlaganfall blieb Gott sei Dank auch der einzige.

Nein nein, klicken Sie mal nicht weg, ich bin noch nicht fertig.

Eine Krankheit wäre da noch: das Cushing Syndrom.

Meine Nebennierenrinde produziert zuviel Cortisol und das ist gar nicht schön. Ich habe deshalb unter anderem ständig Durst und hechle sehr viel. Wenn man das nicht behandeln würde, würde ich wohl innerhalb einiger Monate daran sterben.

Anfangs habe ich so Hammer-Tabletten bekommen, die Frauchen nur mit Handschuhen anfassen durfte und so. An den Tagen, an denen ich diese Tabletten nehmen musste, durfte ich auch nicht alleine bleiben.





Meine Leute mussten mich ganz genau beobachten und bei Auffälligkeiten sofort die Tierklinik anrufen.

Das Medikament habe ich aber nach einigen Wochen nicht mehr vertragen.

Unsere Tierärztin hat sich dann schlau gemacht und für mich ein anderes, besser verträgliches Mittel besorgt, das in Deutschland nicht erhältlich ist.

Sie können sich sicherlich vorstellen, dass sich das auch auf den Preis auswirkt? Überhaupt ist die Behandlung von Morbus Cushing keine billige Angelegenheit, weil die Blutwerte ganz oft kontrolliert werden müssen und man ne Menge Zeit beim Tierarzt verbringt.

Aber meine Menschen sagen, das wäre ihnen so was von egal, lieber würden sie nur noch Nudeln mit Ketchup essen als dass ich meine Behandlung nicht bekommen würde.

Falls Sie sich fragen, ob es überhaupt Sinn macht, einen alten Hund noch so mit Medikamenten vollzustopfen, kann ich nur mit einem klaren JA antworten.

Abgesehen von meinen diversen Krankheiten bin ich nämlich noch ziemlich lustig.

Ich kaspere für mein Leben gerne und gehe vor allem Frauchen damit manchmal gehörig auf den Keks.

Trotzdem sagt sie immer, ich wäre ihr Herzenshund und das damals mit dem Tag der offenen Tür, das wäre wohl einfach Schicksal gewesen.






... und das, liebe Leute, ist mein kleiner Kamerad Fips!

Liebe Grüße sendet

Toxi

Die liebe Toxi hat sich am 25. März 2005 von ihrer Familie verabschiedet und die Reise über die Regenbogenbrücke angetreten ...


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