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P o n g o

Rasse: Dalmatiner
Geboren: 22.04.2002, kastriert
Handicap: blind
Anfang 2005 entschlossen wir uns, einer Notnase zu helfen und uns als Pflegestelle zur Verfügung zu stellen.
Da wir schon einen Dalmatiner hatten, wandten wir uns an die Dalmatinerhilfe, die uns auch als Pflegestelle aufnahm.
Ende Januar rief man uns dann an, um zu fragen, ob wir einen ca. 3 jährigen Rüden aufnehmen könnten, der vernachlässigt in einem Garten lebte.
Dieser Rüde allerdings wäre blind. Nach kurzer Überlegung sagten wir zu.

Ich muß ehrlich gestehen, dass mir Anfangs doch etwas mulmig war, da ich mir eigentlich nie Gedanken um einen behinderten Hund gemacht habe und schon gar nicht um einen blinden.
Ich fragte mich, wie würde sich das Leben mit ihm gestalten.
Wird er sich in unserer Wohnung zurechtfinden?
Wie würde ist es mit den Spaziergängen, muß er ein Leben an der Leine verbringen?

Wie würde er sich gegenüber seinen Artgenossen verhalten, da er jahrelang ohne soziale Kontakte gelebt hatte und er auch die Körpersprache des anderen nicht sehen kann?
Es waren Fragen über Fragen.
Am 05. März 2005 war es dann endlich soweit, unser Pflegling Pongo hielt Einzug in unserer Familie.
Er war ein klapperdürrer, ausgemergelter Kerl, der aber durch seine Freundlichkeit und seiner Lebensfreude innerhalb kürzester Zeit unser aller Herz gewonnen hatte.

Auch mit unserer Hündin Bluna freundete er sich sofort an, bald waren sie ein Herz und eine Seele.
Schnell merkte ich, wie unbegründet meine Sorgen waren und wie problemlos das Zusammenleben mit einem blinden Hund ist.
Innerhalb kürzester Zeit fand er sich in unserer Wohnung zurecht, lernte in zwei Tagen das Treppenlaufen und auf den Spaziergängen bewegte er sich ebenfalls sehr sicher.

Anfangs allerdings ging ich jeden Tag stur ein und dieselbe Runde, denn ich dachte es wäre leichter für ihn einen Weg zu laufen den er auch kennt.
Da es uns aber mit der Zeit zu langweilig wurde, versuchte ich vorsichtig doch mal andere Wege zu gehen.
Wie erstaunt war ich, dass es Pongo überhaupt nichts ausmachte, er trotzdem genauso sicher wie in seiner bekannten Umgebung lief.

Langsam wurde ich auch mit der Leine mutiger, ich wechselte von der normalen Führ- zu einer Schleppleine.
Und siehe da, auch ohne meine direkte Führung verlor er nichts von seiner Sicherheit.
So wagte ich nach ca. 3 Wochen den letzten Schritt und leinte ihn ganz ab.

Er genoss diese Freiheit sichtlich, orientierte sich an mir, aber auch an Bluna.
Dann kamen wir an unsere Spielwiese.
Bluna und er hatten dort, allerdings an der Leine, des öfteren getobt, aber an diesem Tag war er das erste Mal ohne Leine!!
Bluna preschte los und Pongo mit Vollgas hinterher.
Mir blieb das Herz stehen und ich hielt die Luft an, sah meinen Kleinen schon schwer verunfallt....doch nichts passierte!!

Beide Hunde tobten und spielten ausgelassen auf der Wiese und ich kann sagen, es war eines der schönsten und intensivesten Momente in meinem Leben.
Seit diesem Tag läuft Pongo in verkehrsberuhigten Gebieten nur leinenlos.
Ich habe keine Angst mehr, dass mein Hund, denn das wurde er nach nur zwei Wochen bei uns, sich weh tun könne.

Er lernte Kommandos wie "Vorsicht" und "Halt" , so kann ich ihn auf Hindernisse aufmerksam machen.
Auch das Leben mit seinen Artgenossen gestaltet sich einfacher als ich gedacht habe.
Irgendwie habe ich das Gefühl, andere Hunde spüren seine Einzigartigkeit und haben bei ihm eine höhere Toleranzgrenze.

Auch durch sein Selbstbewusstsein wird er in einem Rudel akzeptiert, so dass wir mittlerweile regelmäßig an Dalmatinerwanderungen teilnehmen und auch zu anderen Hundetreffen gehen.
Pongo in unser Leben aufzunehmen, war eines der besten Entscheidungen unseres Lebens.
Dieser Hund hat uns gezeigt, wie schön und wertvoll das Leben trotz Behinderung sein kann.
Pongo ist ein wunderbarer Hund, den wir aus vollem Herzen lieben und er gibt uns diese Liebe doppelt und dreifach zurück.
Britta im September 2007
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