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Sylvanka
... ein Hundeleben auf 3 Beinen
Sylvankas Geschichte beginnt im Sommer 2006 in der bulgarischen Stadt Kazanlak. Hier erblickte sie das Licht der rauhen, harten Welt einer Straßenhundepopulation. Auf ein entsprechendes Zigeunerleben wurde sie von ihrer Mama gut vorbereitet, das Erschnüffeln von Essensresten in anderer Leute Mülltonnen, ein gewisses Mißtrauen gegenüber (fremden) Menschen und der Drang zum Streunen sind ihr in die Wiege gelegt.

Aber ein Unfall machte dieser Zukunft ein Ende.
Möglicherweise erwischte ein Auto sie, möglicherweise versetzte ein Mensch, dem sie zu nahe kam, dem Junghund einen Tritt.
Im Alter von ca. 3 Monaten wurde Sylvanka von einer bulgarischen Journalistin auf der Straße gefunden. Ihr rechtes Vorderbein konnte sie nicht mehr benutzen, es schleifte am Boden hinterher und war schon wund. Die Dame brachte den jungen Hund in ein kleines Tierheim vor Ort, das von österreichischen Tierschützern unterstützt wird.

Im Februar 2007, brachten Mitglieder dieses Tierschutzvereins die nun ca. 7 Monate alte Hündin mit nach Österreich und gaben sie in unsere Tierpension, zunächst als vorübergehende Lösung.
Da Sylanka eine Radialislähmung aufgrund eines Plexus brachialis- Abrisses im Schulterbereich hatte, kamen wir um eine Amputation des Beines nicht herum.
Und - der Leser ahnt es schon - Sylvanka blieb nicht nur vorübergehend. Nicht, weil sie nun ein "armer" behinderter Hund ist, diesen Eindruck hat sie nie vermittelt.
Sie kam bereits vor der OP perfekt damit klar, auf 3 Beinen zu laufen. Lebhaft ist mir noch in Erinnerung, wie sie in den ersten Wochen einmal in einem "Affenzahn" den Hang runterrutschte, das lahme Bein hinter sich her schleudernd, stolz eine tote Ratte im Fang präsentierend.

Sie hoppelte sich halt in mein Herz.
Das lahme Bein stört nun nach der Amputation auch nicht mehr. Eine Ratte hat sie mir übrigens nie wieder gebracht, dafür "erlegte" sie letztes Jahr leider eine junge Amsel, die gerade flügge werden wollte und auf dem Boden im Gebüsch saß.
Das Nest befand sich in einem Baum in unseren Hundeauslaufgehegen.
Von solchen unrühmlichen Vorkommnissen abgesehen hat sich Sylvanka in den letzten 2 Jahren gut bei uns eingelebt.
Beim Toben und Tollen steht sie den vierbeinigen Hunden in nichts nach und auch ihre Ausdauer steigert sich. So gehen wir inzwischen Strecken bis zu 3-4 km ohne Probleme spazieren, "Zeitung lesen" ist dabei nach wie vor ihr Hobby, "Jogger stellen" Gott sei Dank nicht mehr.

Von den täglichen Aktivitäten ruht sich Madame dann auf dem Sofa im Wohnzimmer aus, dieses wählt sie auch als Bett für die Nacht am liebsten.
Sehr gern hat sie auch die Magnetfeldmatte oder Massagen, ich hoffe, daß sie bei ihrem Gewicht von ca. 20 kg und schlanker Figur so lange wie möglich von Arthrosen verschont bleibt.
Was die Maus auch sehr liebt ist Kopfarbeit, die Holzspiele von Nina Ottoson stellen bald keine Herausforderung mehr dar. Mit Hilfe des Clickers hat sie schon einige Tricks gelernt, am "Diener" üben wir gerade.

Oft sprechen mich Leute an, warum mein Hund nur 3 Beine hat. Ich beantworte das gerne und die meisten lassen sich überzeugen, daß sie ein glücklicher Hund ist und keineswegs arm.
Ich bin sehr stolz auf meinen Dreibeiner.
Sie ist zwar stressanfälliger als "normale" Hunde, aber dafür, daß sie in ihrer Sozialisationsphase nicht für ein Leben im Menschen- Haushalt vorbereitet wurde und in dieser Zeit auch den Unfall erlebte, hoppelt sie doch sehr unverdrossen durch's Leben.
Wer wissen möchte, wo Sylvanka lebt und "arbeitet" (als Animateur), kann gerne hier vorbeischauen: www.susiundstrolch.at
Simone & Sylvanka
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